Die De gestis Britonum des Geoffrey von Monmouth im Kontext des 12. Jahrhunderts

Das Projekt untersucht Geoffreys De gestis Britonum (1136) und analysiert die unterschiedlichen Erzählstrukturen des Werks, das von Brutus’ Gründung Londons über König Arthur bis zum Untergang der Briten berichtet. Geoffreys Werk wird als walisische Geschichte interpretiert, mit Fokus auf die Vereinigung der Briten unter Arthur und deren Widerstand gegen die Sachsen. Dabei wird untersucht, ob das Werk mündliche Überlieferungen aus Wales aufgriff und zu welchem Zweck dies geschah. Geoffreys Nachwort, in dem er nur den Waliser Caradoc als Fortsetzer autorisiert, und seine Erwähnung mündlicher Berichte deuten auf einen walisischen Ursprung hin. Die starke Rezeption in Wales und die politische Instrumentalisierung des Arthur-Narrativs, etwa im Kontext der walisischen Revolte (1136) und der Schlacht von Lincoln (1141), belegen die Wirkungskraft des Textes. Das Projekt stellt die These infrage, dass Geoffreys Sympathien ausschließlich bei den Anglo-Normannen lagen, und untersucht die politische Funktion des Werks. Ein Vergleich mit walisischen Erzähltraditionen sowie sprachwissenschaftliche Studien werden neue Einblicke in die Entstehung und Rezeption der De gestis liefern. 

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Projektleitung

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Laury Sarti

Mittelalterliche Geschichte

U1.006a

Konviktstraße 11

53113 Bonn

Westeuropa

Untersuchungsregion

12. Jh.

Untersuchungszeitraum

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